Eröffnung des Museums “Mémorial de l’internement et de la déportation”
1941 richtete die Wehrmacht in einer Kaserne bei Compiègne das Lager Royallieu ein, das “Frontstalag 122″. Es war ein Durchgangslager, die letzte Station vor der Deportation für mehr als 40.000 Menschen. Was vorher geschah und wie es dazu kommen konnte, dies sind die Themen der Dauerausstellung in der Gedenkstätte von Royallieu. Von Historikern bisher erstaunlicherweise kaum erforscht, veranschaulicht die Geschichte des “Frontstalag 122″ die Komplexität und Vielfalt der Ereignisse zur Zeit der deutschen Besatzung. Etwa die Rolle des Vichy-Regimes, das die Deutschen von Anfang an tatkräftig unterstützte, insbesondere mit der vorauseilenden Ausgrenzung von Juden und Freimaurern.
Das Museum erinnert an alle Opfer der brutalen Repressionspolitik der deutschen Besatzer – an die Widerstandskämpfer, Juden, Amerikaner und Russen – aber auch an die französischen Kollaborateure. Dadurch überwindet die Ausstellung die Gräben, welche die Erinnerungskultur in Frankreich jahrzehntelang geprägt haben.
