Linksradikale Gruppe bei Sabotageakten auf SNCF unter Verdacht geraten
Im Zusammenhang mit den Sabotageakten gegen mehrere TGV-Züge der SNCF in den letzten Wochen wurden Mitglieder einer linksradikalen Gruppierung festgenommen. Kopf der Gruppe ist der 34-jährige Julien C., der aus gutbürgerlichem Hause stammt, ein Studium absolviert hat und auf einem alternativen Bauernhof in der Corrèze lebt, falls er sich nicht in seinem Appartement in Paris aufhält. Die Gruppe, die sich selbst als die Erben der „Action directe‟ und der italienischen Roten Brigaden bezeichnet, will nach eigenen Angaben den Geist der 68er Bewegung fortsetzen. Seit elf Monaten wird der harte Kern der Gruppe bereits observiert. Bei einem Anschlag auf ein Militärgebäude Anfang des Jahres in New York waren drei von ihnen ins Visier des FBI geraten. Auch bei Demonstrationen gegen die G8-Gipfel in Deutschland und Griechenland wurden Anhänger der Gruppe gesehen. In Wohnungen verschiedener Mitglieder fand die Polizei Bergsteigerausrüstungen, mit denen sie die Masten bestiegen haben könnten, um an die Oberleitungen der Züge zu gelangen. Die Genanalysen sind noch nicht ausgewertet. Fraglich ist, wie es den Verdächtigen gelang, die Oberleitungen zu manipulieren, da diese unter einer Spannung von 25.000 Volt stehen.
