Oberstufenreform an französischen Gymnasien verschoben
Nach Beratungen mit dem Regierungschef hat Erziehungsminister Xavier Darcos beschlossen, die Reform der gymnasialen Oberstufe um mindestens einige Monate zu verschieben. Schüler und Eltern, die in ganz Frankreich seit Wochen heftig gegen die Reform demonstriert hatten, begrüßten diese Entscheidung. Ursprünglich sollten zum Schuljahresbeginn 2009 zahlreiche Neuerungen eingeführt werden, die umstritten waren. Im Erziehungsministerium heißt es nun, es solle mehr Zeit bleiben, um die Maßnahmen nochmals zu diskutieren und die Reform umzusetzen. Die wichtigste Interessenvertretung der Gymnasiasten, die UNL, sieht dies als erstes Zugeständnis an ihre Adresse. Es sei aber nur ein erster Schritt, der nicht ausreiche, weshalb sie die für Donnerstag geplanten Demonstrationen nicht absagen will. Seit zwei Wochen beunruhigten unkontrollierte Proteste der Schüler, vor allem in Westfrankreich, Lehrer und Behörden, weil sie mit einer solchen Aggressivität verbunden waren, die jeden Dialog unmöglich machte.
