30. Oktober 2009
Am 14. November will das Unternehmen Mailorama mit einem Werbetrick auf sich aufmerksam machen. Zwischen 14 und 17 Uhr verteilen Hostessen an drei Orten in Paris Bargeld an die Passanten. Aus einem Bus werden sie kleine rote Geldbörsen mit Werbeprospekten und Bargeld verteilen. Von Scheinen zwischen 10 und 500 Euro ist die Rede. Die drei Standorte der Busse sollen erst zwei Tage vor der Aktion bekannt gemacht werden. Mailorama, das schon mehr als eine Million Mitglieder hat, ist eine Art Payback-Unternehmen, das für Einkäufe im Internet über seine Seite oder für das Lesen von zielgerichteten Werbemails Geld erstattet. Auch wenn die Aktion Kosten in Höhe von mehreren hunderttausend Euro verschlingt, ist das immer noch weniger als ein TV-Werbespot zu einer guten Sendezeit kostet. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen an, dass es eine bedeutende Summe an zwei karitative Einrichtungen spenden will. Vorbereitungen laufen auch bei der Polizeipräfektur, die pro Standort fünfzehn Polizisten bereitstellt, um Rangeleien zu verhindern.
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26. Oktober 2009
Frankreich feiert diese Woche ganz groß den 50. Geburtstag seines Nationalhelden Asterix, der zum ersten Mal am 29. Oktober 1959 zusammen mit seinem Freund Obelix in einer französischen Jugendzeitschrift zu sehen war. Seitdem sind 33 Bände der Comicserie in insgesamt 325 Millionen Exemplaren erschienen. Das macht den Autor Albert Uderzo und den 1977 verstorbenen Zeichner René Goscinny zu Frankreichs meistverkauften Autoren im Ausland. Zum 50. Wiegenfest ist ein Jubiläumsband, „Asterix und Obelix feiern Geburtstag“, erschienen, der allerdings nicht allzu gute Kritiken bekam. Von welch großer nationaler Bedeutung Asterix in Frankreich ist, zeigt sich darin, dass die französische Luftwaffe zum Geburtstag mit Rauchfahnen einen Asterix-Kopf in den Himmel über Paris zeichnete.
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18. Oktober 2009
Vergangenen Freitag blockierten Bauern den Verkehr auf den Champs-Elysées mit Strohballen und brennenden Reifen. Ihr Berufsverband FNSEA hatte zu Aktionen in ganz Frankreich aufgerufen, um auf die sinkenden Einkünfte der Bauern aufmerksam zu machen. 2008 sind die Einkünfte der Landwirte um 20% gefallen, die Prognosen für 2009 sehen nicht besser aus. Der Vorsitzende des Bauernverbandes Jean-Michel Lemétayer fordert eine Unterstützung von 400 Millionen Euro für 2009. Insgesamt haben sich 52.000 Bauern an der so genannten Aktion „Schnecke“ beteiligt, deren Ziel es ist, den Verkehr zu behindern bzw. lahmzulegen. Im Figaro war zu lesen, dass Präsident Sarkozy angekündigt hat, noch vor Ende des Monats Maßnahmen zu ergreifen.
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5. Oktober 2009
Eine Protestinitiative gegen die Privatisierungspläne der Post hat in Frankreich mehr als zwei Millionen Unterschriften gesammelt. Die Initiative fordert nun die Regierung auf, die Pläne für die Umwandlung des Staatsunternehmens zurückzuziehen. Die UMP antwortete, die Unterschriftenaktion hätte keine rechtlichen Folgen und außerdem solle die Post nicht privatisiert werden, sondern öffentliche Banken würden in ihr Kapital einsteigen. Dieses Kapital werde benötigt, um die Post angesichts der Freigabe der Postmärkte 2011 zu modernisieren. Mit sechs Milliarden Euro Schulden könne die Französische Post nicht gegen die neuen Konkurrenten auf dem europäischen Markt bestehen. Die hohe Beteiligung an der Abstimmung zeigt, wie groß das Interesse der Bevölkerung an der Post ist. Das Unternehmen unterhält 11.000 Postämter, oft in entlegenen ländlichen Gegenden. Die Gegner der Privatisierung fordern nun eine staatliche Volksbefragung.
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19. September 2009
Nachdem am Freitagabend heftige Gewitter über dem Département Var in Südfrankreich niedergegangen waren, kam es zu schweren Überschwemmungen. 200 Liter Wasser fielen pro Quadratmeter und richteten ein Chaos an. Zahlreiche Straßen waren durch Wasser oder Erdmassen blockiert. In Sainte-Maxime gab es seit etwa 50 Jahren keine Naturkatastrophe dieses Ausmaßes mehr. Auch in den Touristenorten Fréjus und St. Raphael an der Côte d’Azur sind schwere Schäden zu verzeichnen. Nahe Marseille entgleiste ein Regionalzug wegen Schlamm auf den Gleisen, wobei sechs Personen leicht verletzt wurden. Innenminister Brice Hortefeux, der in die betroffene Region reiste, versprach den Geschädigten eine staatliche Unterstützung von bis zu einer Million Euro.
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14. September 2009
Wie die Präfektur des Départements Haute-Garonne mitteilte, mussten ein Kindergarten und eine Realschule (Collège) wegen Fällen von Schweinegrippe geschlossen werden. Am Freitag wurden drei Erkrankungen gemeldet, inzwischen sind es schon fünfzehn. Der erste Todesfall aufgrund der Schweinegrippe trat am Wochenende in Paris ein, als ein 26-Jähriger im Krankenhaus starb.
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7. September 2009
Der französische Staat wird eventuell bald die Betreiber von Mobilfunkantennen zur Kasse beten. Pro Antenne sind 1000 Euro Steuer pro Jahr geplant. Von dieser Regelung betroffen sind die großen Mobilfunkunternehmen wie Orange, SFR und Bouygues Telecom, die ungefähr 50.000 Antennen in Frankreich betreiben. Die neue Steuer soll teilweise die Einnahmen aus der ehemaligen Gewerbesteuer ersetzen. Die Regierung denkt über weitere neue Steuern nach, so zum Beispiel über eine Steuer für Strommasten.
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6. September 2009
Zum Schulanfang 2009 heizt das Buch „Zéro Faute“ (Null Fehler) von François de Closet die Debatte um die Rechtschreibreform in Frankreich an. Der Journalist und Essayist plädiert für eine Vereinfachung der Orthographie, die er als willkürlich und erstarrt bezeichnet. François de Closet bemängelt, dass es dreizehn verschiedene Schreibweisen für den Laut „o“ gibt. Gymnasiallehrerin Agnès Joste hält dagegen, dass die unterschiedliche Schreibung die Sprache erst verständlich macht. Seit einigen Jahren nehmen die Rechtschreibfehler bei Schülern zu, wie ein in den Jahren 2000 bis 2008 durchgeführtes Testdiktat gezeigt hat. Die Gegner der Rechtschreibreform führen das auf zu wenig Französischunterricht zurück. Die Unterrichtsstunden sind um fast ein Drittel reduziert worden. An der komplizierten französischen Sprache kann es nicht liegen, die ist dieselbe geblieben.
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28. August 2009
In Frankreich sollen zehn I-Phones explodiert sein. Nach den Angaben der jeweiligen Besitzer sollen bei den Geräten die Bildschirme zersplittert sein, ohne dass große Hitze geherrscht hätte. Experten vermuten, dass nicht der Akku der Geräte Schuld ist, sondern es sich um eine fehlerhafte Produktionsreihe handelt. Der französische Verbraucherschutz hat Ermittlungen eingeleitet, Hersteller Apple hat zu den Vorwürfen noch nicht Stellung bezogen.
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22. August 2009
Wie ein Bericht des französischen Instituts für Umweltrisiken (Ineris) bestätigt, sind die grünen Algen an der bretonischen Küste lebensgefährlich für Tier und Mensch. Vor allem bei Ebbe setzen die Algen Schwefelwasserstoff frei. An einigen Stellen ist die Konzentration so hoch, dass schon wenige Minuten Einatmen der Gase ausreichen, einen Menschen zu töten. Ende Juli war ein Tierarzt bei einem Ritt über Algen am Strand bewusstlos geworden, sein Pferd brach tot zusammen. Premierminister François Fillon hat sich über die Lage vor Ort informiert. Die Algenpest ist nicht neu, sie ist seit der 70er Jahre bekannt. Grund sind in großer Menge ins Meer geschwemmte Düngemittel aus der Landwirtschaft. Umweltschutzorganisationen rufen dazu auf, Maßnahmen gegen die Nitratverschmutzung der Wasserläufe zu unternehmen. Die Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot hat den betroffenen Gemeinden, Hilfe für die Strandreinigung zugesagt.
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